News des Hochschulinformationsbüros
FERNSTUDIEN AN FACHHOCHSCHULEN
Zuhause studieren - Weiterbildung per Mausklick
Den Facharbeiterbrief oder Bachelor in der Tasche? Einige Jahre Berufserfahrung gesammelt? Und alle mit dem bisherigen Abschluss möglichen Aufstiegsmöglichkeiten ausgeschöpft? Viele kennen diese Situation: Wer die (Hoch)schule erst einmal verlassen hat und auf dem Arbeitsmarkt angekommen ist, findet nur schwer an sie zurück. Zu groß sind die Hürden: finanzielle Verpflichtungen und die Sorge, nach einem Studium nicht wieder den Weg zurück in den Beruf zu finden.
Berufsbegleitend
Berufsbegleitend zu studieren, stellt für viele die einzige realistische Möglichkeit dar, sich weiterzuentwickeln ohne den bisherigen Job aufzugeben. Solche Studiengänge aber sind rar gesät. Eine oft zu wenig beachtete Variante ist das Fernstudium. Viele kommerzielle Anbieter werben auf diesem Markt um die Interessentinnen und Interessenten. Vielen ist auch die Fernuni Hagen ein Begriff. Nur wenigen aber ist bekannt, dass es auch öffentliche Fachhochschulen mit entsprechenden Angeboten gibt. Eines dieser Modelle stellen wir an dieser Stelle vor.
Die Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (kurz ZFH) organisiert einen Verbund von 13 Fachhochschulen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland sowie fünf Fachhochschulen in anderen Bundesländern, die Fernstudienangebote im Programm haben.
Breites Angebot
Die 20 Fernstudienangebote stammen aus technischen, betriebswirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen. Hierbei reicht das Angebot von Einzelmodulen über Zertifkatsstudien bis hin zu kompletten Studiengängen. Bewerbungen werden an die ZFH gerichtet. Die inhaltliche Betreuung sowie die Präsenzphasen finden dann an der jeweiligen Hochschule als Anbieter des Studienganges statt.
„Blended Learning“
Die inhaltliche Organisation der Studiengänge folgt dem Konzept des „Blended Learning“ mit den drei Bausteinen selbstreguliertes Lernen anhand von Studienbriefen, virtuellen Unterrichtsformen (Lernplattform, E-Mail, Telefon) sowie Präsenzphasen an Wochenenden.
Neben wenigen grundständigen Studiengängen werden hauptsächlich Weiterbildungsstudiengänge angeboten, die zum größten Teil einen ersten Hochschulabschluss voraussetzen. Hochschulen können Weiterbildungsstudiengänge nur deshalb durchführen, weil sie hierfür kostendeckende Studiengebühren verlangen dürfen.
Gebühren
So kostet ein berufsbegleitendes Master- oder MBA-Studium bei der ZFH zwischen 1.350 Euro und 2.200 Euro pro Semester. Einzelne Module oder Zertifikatsangebote liegen zwischen 475 Euro und 1.450 Euro pro Semester. Interessant ist dabei, dass bei ca. einem Drittel der Weiterbildungs- Studierenden die Arbeitgeber die Kosten übernehmen.
„Bei den grundständigen Bachelor-Studiengängen fallen in der Regel nur Gebühren für das Studienmaterial sowie der Semesterbeitrag an. Kosten für Fahrten und Unterkünfte während der Präsenzzeiten sind aber ebenfalls von den Studierenden zu erbringen“, erläutert Prof. Haderlein, Leiter der ZFH, die Situation.
Politik gefordert
„Hinsichtlich der weiterbildenden Studiengänge ist die Politik gefordert, die Studierenden angemessen zu unterstützen. Denn die Fördersätze des sog. Aufstiegsstipendiums reichen bei weitem nicht, wenn Wohnung und Familie vorhanden sind“, so Dr. Bernd Kaßebaum vom IG Metall Vorstand. Wer einen Fachkräftemangel beklage, müsse auch dafür sorgen, dass niemandem Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten aus finanziellen Gründen verwehrt bleiben.
Erschienen in:
"Die Schnittstelle - Informationen der IG Metall für Studium und Beruf" Nr. 9
- Links:


Internetauftritt der ZFH

