Forderungspapier und Video

Die Gewerkschaftsjugend zur Bundestagswahl

14.08.2017 | Ausbildung, Flexibilität, Studium, Umverteilung: Die DGB-Jugend veröffentlicht ihr Forderungspapier zur Bundestagswahl am 24. September 2017.

Video der DGB-Jugend zur Bundestagswahl

© DGB Jugend

In Zeiten zunehmender Polarisierung in der Gesellschaft kündigt sich für das Jahr 2017 ein spannender Bundestagswahlkampf an. Die Gewerkschaftsjugend will dafür sorgen, dass die Interessen von Auszubildenden, Studierenden und jungen Beschäftigten in den Fokus der Politik geraten. Denn (Aus-)Bildung und Arbeit haben eine große Bedeutung im Leben der jungen Generation – die Politik muss dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Jetzt haben die jungen Gewerkschafter_innen ihre Forderungen in einem Positionspapier zusammengefasst und veröffentlicht. Dort heißt es: "Von Politiker_innen erwarten wir, dass sie sich den Lebensrealitäten und Problemen von Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen ernsthaft annehmen und ihre Forderungen umsetzen." Die Themen: Ausbildung, Flexibilität, Studium, Umverteilung.

Vor schnel­len Lö­sun­gen aber wird ge­warnt: Schließ­lich be­deu­te zum Bei­spiel ei­ne nied­ri­ge Ju­gend­ar­beits­lo­sen­quo­te schließ­lich noch nicht, dass mit der Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on in den Be­trie­ben al­les in Ord­nung sei. Ei­ne leich­te Er­hö­hung des BAföG be­deu­te noch lan­ge nicht, dass das Geld bei Stu­die­ren­den zum Le­ben und Woh­nen reicht. Und ob­wohl vie­le Sonn­tags­re­den zum The­ma Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie ge­schwun­gen wür­den, ha­be sich die Wo­chen­ar­beits­zeit so­wohl bei Voll- als auch bei Teil­zeit­be­schäf­tig­ten in den letz­ten Jah­ren so­gar er­höht.

"Von Politiker_innen erwarten wir, dass sie sich den Lebensrealitäten und Problemen von Auszubildenden und jungen Erwerbstätigen ernsthaft annehmen und ihre Forderungen umsetzen."

Pro­ble­me auf dem Ar­beits- und Aus­bil­dungs­markt wer­den flan­kiert von feh­len­den In­ves­ti­tio­nen in die öf­fent­li­che In­fra­struk­tur und das Ge­mein­we­sen: So sind ma­ro­de (Be­rufs-)Schu­len, ge­schlos­se­ne Bi­blio­the­ken und Schwimm­bä­der und man­geln­der Nah­ver­kehr zum trau­ri­gen All­tag ge­wor­den und ver­stär­ken bei ei­ner gleich­zei­tig an­stei­gen­den Zahl von Mil­lio­nären in Deutsch­land das Ge­fühl von Un­ge­rech­tig­keit und Hilf­lo­sig­keit in wei­ten Tei­len der Be­völ­ke­rung.

Und es sind nicht zu­letzt die­se Ge­füh­le von Un­ge­rech­tig­keit und Hilfs­lo­sig­keit, die den Auf­stieg der rechts­po­pu­lis­ti­schen Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) be­för­dern. Zwar ist nicht erst seit der "Mit­te-Stu­die" der Fried­rich-Ebert-Stif­tung be­kannt, dass es seit Jah­ren re­la­tiv sta­bil blei­ben­de rech­te Ein­stel­lun­gen im Zen­trum un­se­rer Ge­sell­schaft gibt. Die Ge­werk­schafts­ju­gend be­ob­ach­tet je­doch mit Sor­ge, dass rechts­po­pu­lis­ti­sche Äu­ße­run­gen im­mer ge­sell­schafts­fä­hi­ger wer­den. Tat­säch­lich wür­den die ar­beit­neh­mer­feind­li­chen For­de­run­gen der AfD - et­wa nach Pri­va­ti­sie­rung der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder Ab­schaf­fung der ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung - zu ei­ner noch viel dra­ma­ti­sche­ren so­zia­len Si­tua­ti­on füh­ren.

"Für uns ist klar, dass wir uns nicht nur, aber be­son­ders wäh­rend der Wahl­kampf­zeit im Be­trieb, in Dienst­stel­len und auf der Stra­ße ge­gen Ras­sis­mus und für ein so­li­da­ri­sches und re­spekt­vol­les Mit­ein­an­der ein­set­zen! Die AfD nutzt die Ab­stieg­sängs­te und so­zia­len Pro­blem­la­gen, um Hass ge­gen Mus­li­me, Mi­grant_in­nen und De­mo­krat_in­nen zu schü­ren", heißt es in dem Pa­pier.

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