Engineering- und IT-Tagung 2017: Plattformökonomie - Basis für gute Arbeit?

08.12.2017 | Vom 15. - 17. November 2017 fand in Berlin die Engineering- und IT-Tagung statt. Fast 300 Ingenieur*innen und technische Experte*innen aus den Betrieben diskutierten mit Wissenschaftler*innen relevante Themen der Arbeitswelt unter dem Motto: "Plattformökonomie - Basis für gute Arbeit?". Im Mittelpunkt der gemeinsamen Tagung von IG Metall und Hans Böckler Stiftung stand die Digitalisierung mit ihren unterschiedlichen Facetten und Auswirkungen auf Arbeit und Gesellschaft.

Annette Hornischer / Engineering Tagung 2017 / 2017 11 17

"Wenn wir die Arbeit im digitalen Zeitalter erfolgreich gestalten, geben wir den Menschen auch Zuversicht." Die IG Metall setze deshalb Ideen und Anregungen der Beschäftigten zur Gestaltung der Digitalisierung direkt in ihrer gewerkschaftlichen Arbeit um. Wie dies erfolgreich gelingen kann, darüber haben fast 300 betriebliche Engineering- und IT-Expert*innen mit Wissenschaftler*innen und Gewerkschafter*innen zwei Tage diskutiert.

"Wir wollen mehr Selbstbestimmung und individuelle Gestaltungsspielräume für die Beschäftigten in der digitalen Arbeitswelt", betonte die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner. In vielen Unternehmen gebe es bereits innovative Betriebsvereinbarungen für agiles Arbeiten, den Umgang mit Shared Services, E-Learning oder der Arbeit im Schwarm. So sei bespielweise in einer Vereinbarung zu agiler Arbeit geregelt, dass die Gruppe selbst einen ´demokratischen Stopp´ bei Überlastung ausrufen könne. Als Reaktion auf den ´Stopp´ müssten sofort in gemeinsamen Gesprächen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat Lösungen entwickelt werden. "So sieht zeitgemäße Mitbestimmung auf Augenhöhe aus! So gelingt Digitalisierung mit Beteiligung der Beschäftigten", sagte Benner.

"Flexibilität ist keine Einbahnstraße, Kreativität auch nicht und Digitalisierung schon dreimal nicht", sagte Benner auch mit Blick auf die aktuelle Tarifforderung in der Metall- und Elektroindustrie, in der die IG Metall neben einer Entgelterhöhung von 6 Prozent einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten fordert. Die IG Metall sei offen für flexible und agile Arbeitsformen. Sie seien aber nur erfolgreich, wenn die Beschäftigten sie auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern gestalten könnten. Alle Beschäftigten sollten das Recht haben, ihre wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten reduzieren zu können. "Es geht um einen elementaren Anspruch, nämlich um selbstbestimmte Arbeitszeit", betonte Benner.

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