Streik der studentischen Beschäftigten an Berliner Hochschulen

Mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen

24.01.2018 | Berlin ist derzeitig das einzige Bundesland, in dem die Arbeitsbedingungen für die ca. 8000 studentisch Beschäftigten durch einen Tarifvertrag geregelt werden. Das Problem: Seit 2001 wurde das Gehalt der studentischen Beschäftigten nicht mehr erhöht. Für die Kolleginnen und Kollegen bedeutet dies einen Reallohnverlust von mindestens 20 %. 2003 strichen ihnen die Berliner Hochschulen zusätzlich noch die Jahressonderzahlung.

Ein erster Anlauf für einen verbesserten bzw. zeitgemäßen Tarifvertrag scheiterte 2011. Gemeinsam mit den zuständigen Gewerkschaften ver.di und GEW einigten sich die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten darauf, zuerst ihre Handlungsmacht und Durchsetzungsfähigkeit zu stärken. Mittlerweile sind 1000 studentisch Beschäftigte mehr in den Gewerkschaften organisiert. Mit dem gestärkten Rückhalt wird bereits seit 2016 wieder verhandelt. Man kommt aber seit April 2017 nicht weiter, was am Angebot der Arbeitgeber liegt:

  • Anhebung des Stundensatzes von 10,98 Euro auf 12,13 Euro zum 1. Januar 2018,
  • Weitere Anhebung auf 12,35 Euro zum 1. Januar 2020 und
  • auf 12,50 Euro zum 1. Januar 2022.
  • Keine Anbindung an die weitere Lohnentwicklung der anderen Hochschulbeschäftigten
  • Weiterhin kein Weihnachtsgeld.

Den Tarifvertrag haben die Gewerkschaften mit Wirkung zum 1.1.2018 gekündigt, da gerade eine langfristig gesicherte Lohnentwicklung für die studentischen Beschäftigten unabdingbar ist. Da die Arbeitgeber sich am Verhandlungstisch aber weiterhin nicht bewegen, haben ver.di und GEW nun zu Warnstreiks aufgerufen.

In diesen Tagen steht man in Berlin also vor bestreikten Bibliotheken, Cafeterien und leeren Tutoriensälen. Wer sich beschweren und die studentisch Beschäftigten unterstützen will, kann bei den Präsidien der Hochschulen Dampf ablassen. Dafür gibt es vorbereitete Anschreiben der Initiative: https://tvstud.berlin/dampf/

Wir, das Hochschulinformationsbüro der IG Metall, erklären uns solidarisch mit den studentischen Kolleginnen und Kollegen in Berlin, die sich im Warnstreik befinden. Wenn ihr euch auch solidarisch erklären wollt, gibt es mindestens zwei Möglichkeiten: Unterstützt die Kolleg*innen bei ihren Veranstaltungen oder nutzt dieses praktische Online-Solidaritätsformular: https://tvstud.berlin/solidaritaet/ 

Drucken Drucken