Gastartikel Arbeitslosenselbsthilfe

Arbeitslos nach dem Studium: Wie geht es weiter?

05.04.2018 | Raus aus der Uni, rein in den Job: Auch wenn Akademiker allgemein überdurchschnittlich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, ist die Jobsuche nach dem Studium nicht immer ein Kinderspiel. Laut einer Studie des Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung dauert es im Durchschnitt etwa drei bis vier Monate, bis Absolventen einen Job finden.

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Je nach Abschluss, Studienfach und anderen Umständen kann dieser Zeitraum aber auch viel länger ausfallen.

Betroffene sind oft von Zukunftsangst und finanziellen Sorgen geplagt. Grundsätzlich sollten sich Hochschulabsolventen, die nicht sofort einen Job finden, nicht zu stark unter Druck setzen. Im Allgemeinen ist ein erfolgreich absolviertes Studium nämlich eine gute Voraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Im Jahr 2016 lag die Arbeitslosenquote von Akademikern laut Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei niedrigen 2,3 Prozent. Zum Vergleich: Die allgemeine Arbeitslosenquote lag in diesem Jahr bei 6,1 Prozent.

ALG 1 oder Hartz 4: Welche finanzielle Unterstützung gibt es?

„Wie soll ich mein Leben während der Arbeitslosigkeit bloß finanzieren?“ Das ist in der Regel eine der ersten Fragen, die aufkommen, wenn eine Person nach dem Studium nicht sofort einen Job findet. Da die Ausbildung beendet wurde, haben Betroffene nämlich keinen Anspruch mehr auf das BAföG.

Arbeitslose Menschen erhalten in Deutschland in der Regel entweder das Arbeitslosengeld 1, kurz ALG 1 genannt, oder aber das Arbeitslosengeld 2, besser bekannt als Hartz 4. Welche Leistung können nun aber Uni-Absolventen beantragen?  

Einen Anspruch auf ALG 1 haben nur Personen, die in der Vergangenheit mindestens zwölf Monate lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Für alle anderen kommt in der Regel Hartz 4 in Frage. Alleinlebende Leistungsempfänger erhalten im Jahr 2018 einen Regelsatz in Höhe von 416 Euro. Außerdem werden in der Regel Wohn- und Heizkosten übernommen. Auch die Kosten für die Krankenversicherung werden vom Jobcenter getragen. Für mehr Infos rund um die Themen ALG 1 und Hartz 4 lohnt sich ein Blick auf www.arbeitslosenselbsthilfe.org. Dort werden viele weitere Fragen beantwortet.

Voraussetzung für den Erhalt dieser Leistungen ist es, dass sich Hochschulabsolventen arbeitslos melden. Soll keine staatliche Unterstützung in Anspruch genommen werden, kann von dieser Meldung abgesehen werden, allerdings kann es sich durchaus lohnen, bei der Agentur für Arbeit vorstellig zu werden. Dort werden unter anderem Bewerbungstrainings oder Weiterbildungen angeboten. Unter Umständen können auch die Fahrtkosten, die für ein Vorstellungsgespräch anfallen, übernommen werden.

Die Zeit sollte effektiv genutzt werden

Vorrangiges Ziel sollte es natürlich sein, die Arbeitslosigkeit schnell zu beenden. Hierzu ist viel Arbeit nötig, die sich aber durchaus auszahlt. Regelmäßig, am besten täglich, sollten Stellenportale nach passenden Jobs durchsucht werden. Auf die Erstellung der Bewerbungen sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden, sind sie doch ein wichtiges Aushängeschild. Auch die Pflege von Online-Profilen auf Karriereportalen ist nicht zu vernachlässigen, können sich dort doch interessante Kontakte zu Arbeitgebern aufbauen.

Damit die Arbeitslosigkeit nach dem Studium nicht als unangenehme Lücke im Lebenslauf verbleibt, sollte die Zeit außerdem effektiv mit anderen Beschäftigungen gefüllt werden. Es bieten sich unter anderem der Besuch von Fort- oder Weiterbildungen sowie das Absolvieren von Praktika an. Auch ein Auslandsaufenthalt kann die Chancen auf einen neuen Job verbessern. Des Weiteren kann ein ehrenamtliches Engagement eine gute Wahl sein. Bei all diesen Optionen sollten Hochschulabsolventen jedoch darauf achten, dass diese einen Bezug zu ihrem Studium bzw. zum angestrebten Job aufweisen.  

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