BAFÖG

Studie zeigt: BAföG muss erhöht werden

01.06.2017 | Die Lücke zwischen dem BAföG-Höchstsatz und der finanziellen Lebensrealität von Studierenden geht immer weiter auseinander. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS).

© panthermedia

Laut der Studie, im Auftrag des Deutschen Studentenwerks, brauchen Studierende im Durchschnitt zwischen 920 Euro und 950 Euro um ihre monatlichen Kosten zu decken. Der tatsächliche Bedarf schwankt dabei deutlich und ist vor allem vom Studienort, der Wohnsituation und dem Alter der Studierenden abhängig. Unabhängig von diesen Schwankungen gilt aber: Die letzte BAföG-Erhöhung um sieben Prozent im Herbst 2016, auf maximal 735 Euro, reicht nicht aus.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen bereits DGB, DGB Jugend, IG Metall, ver.di und GEW in ihrem Alternativen BAföG-Bericht, der seit Februar vorliegt. Dieser Alternative Bericht wurde nötig, weil die Bundesregierung ihren Bericht auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben hat.

Allein bei den allgemeinen Lebenshaltungskosten wäre eine sofortige Erhöhung des BAföG von 485 Euro auf 514 Euro notwendig. Noch größer fällt die finanzielle Lücke bei den Unterbringungskosten aus. Aktuell sind im BAföG 250 Euro für Miet- und Nebenkosten vorgesehen. Vielerorts reicht diese Pauschale aber nicht einmal für ein Zimmer im Wohnheim. Eine Erhöhung der Pauschale auf mindestens 311 Euro wäre notwendig, um die durchschnittlichen Mitpreissteigerungen abzufangen.

Beide Studien untermauern damit die Position der IG Metall, wie die Zweite Vorsitzende Christiane Benner deutlich macht:

 "Die Studienergebnisse des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) decken sich mit unseren Erfahrungen. Das BAföG erfüllt immer weniger seine Aufgaben und geht an der Lebensrealität der Studierenden häufig vorbei. Das BAföG ermöglichte vielen jungen Menschen, unabhängig ihrer sozialen Herkunft, zu studieren. Das gilt es zu verteidigen. Aus diesem Grund fordert wir, dass die Bedarfsätze steigenden Lebenshaltungskosten und Mieten angepasst werden."

Für die IG Metall, die Mitglied im BAföG-Bündnis ist, ist eine Reform des BAföG damit eine zentrale Forderung an die Parteien, für die Bundestagswahl im Herbst. Neben der sofortigen Erhöhung der Bedarfssätze fordert sie

  • Freibeträge, die über den Entgeltentwicklungen liegen, damit mehr Menschen Anspruch auf BAföG erhalten.
  • die schrittweise Senkung des Darlehnsanteils im BAföG - bis hin zur Vollförderung.
  • die Altersgrenzen im BAföG aufzuheben und die maximale Förderzeit von der Regelstudienzeit zu entkoppeln.
  • Schulabschlüsse, die den Hochschulzugang ermöglichen, wieder mehr zu fördern. Daher soll der BAföG-Anspruch für Schülerinnen und Schüler nicht an das auswärtige Wohnen gekoppelt sein.
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