CoVid-19 und das SoSe 2020

Und auf einmal ist es still im Seminarraum…

18.03.2020 | Für 2,9 Millionen Studierende in Deutschland ist der Lehr- und Lernbetrieb unterbrochen. Was die aktuelle Krisensituation langfristig für Folgen hat, ist noch völlig offen. Klar ist aber: Solidarität ist jetzt wichtiger denn je!

Hochschulen sind bekanntermaßen gesellschaftliche Vorreiter. Kaum jemand hätten aber wohl gedacht, dass dies einmal die bundesweite Unterbrechung des Hochschulbetriebes bedeutet. Schuld ist die rasante Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus. Noch vor der flächendeckenden Schulschließung im ganzen Land war klar, dass der gesamte universitäre Lehr- und Lernbetrieb bis mindestens 19. April 2020 unterbrochen ist.

Die Auswirkungen sind natürlich nicht überall die gleichen. An fast allen Universitäten wären die Lehrveranstaltungen erst Anfang oder Mitte April gestartet. Für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaft bedeute die Entscheidung hingegen die plötzliche Absage ihres Semesterstarts. Einzelne Institutionen wie etwa die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mussten schließlich ihren laufenden Lehrbetrieb einstellen.

Für viele ist die plötzliche und ungewöhnliche Situation bedrückend. Manche fragen sich, was die langfristigen Folgen für ihr Studium sind. Die bisher bekannten Maßnahmen zur unbürokratischen Verschiebung von Prüfungen und Digitalisierung von Veranstaltungen weisen zum Glück auf einen hoffnungsvollen Weg. Und wer weiß, vielleicht leitet die aktuelle Krise sogar einen Modernisierungswandel für die Hochschullehre ein?

Anders sieht es hingegen für die sozioökonomische Situation vieler Studierender aus. Zwar hat die Politik angekündigt, dass Bezieher von BAföG keine Nachteile haben werden. Doch liegt die studentische Beschäftigungsquote bei gut zwei Drittel und damit ist die überwiegende Zahl der Studierenden von Erwerbseinkommen abhängig. Gerade typische studentische Beschäftigungsformen in der Gastronomie, im Einzelhandel oder als Werkstudierende in der Industrie sind von der Corona-Krise akut betroffen. Die wichtigsten Fragen zum Thema Arbeitnehmerrechte und Corona beantworten wir hier. Die IG Metall rät allen Beschäftigten, nicht ohne vorheriger Beratung mit Betriebsrat oder Gewerkschaft Vertragsänderungen zu unterschreiben. Falls es bei euch also keinen Betriebsrat gibt, wendet euch direkt an uns!

Gerade in so einer schwierigen Situation gilt es Zusammenhalt und Solidarität zu zeigen. Auch wenn wir uns alle zur Eindämmung des Virus um soziale Distanz bemühen, darf niemand mit seinen Sorgen und Nöten alleine bleiben. In den kommenden Tagen wird es in allen Regionen vermehrt Menschen geben, die aufgrund des Corona-Virus oder des Verdachtes darauf in Quarantäne bleiben müssen. Für alle Betroffenen, aber vor allem für ältere Menschen oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist eine Heim-Quarantäne eine ziemlich isolierte und unangenehme Erfahrung.

Wenn ihr durch die aktuelle Situation in eine schwierige Lage geratet oder selbst krank seid, meldet euch bei euren Kolleginnen und Kollegen, bei euren Kommilitonen und Jugend- und Auszubildendenvertretungen, wenn ihr Unterstützung bei Einkäufen oder anderen Dingen benötigt.

Wenn ihr gesund seid, bietet Hilfe an. Denkt auch an alle Personen aus den Risikogruppen (über 60 Jahre oder mit gesundheitlichen Einschränkungen) in eurem direkten Umfeld wie am Arbeitsplatz, unmittelbare Nachbarschaft und natürlich bei euren Freund*innen und Familie. Bietet allen im Vorfeld schon einmal an, dass sie sich bei euch melden können, wenn sie Unterstützung benötigen.

Und schützt euch genügend! Achtet dabei natürlich auf eure eigene Gesundheit. Kommunikation über Einkaufslisten und die Übergabe der Einkäufe müssen nicht persönlich erfolgen. Für eine Kommunikation im Vorfeld könnt ihr miteinander schreiben oder telefonieren und die Einkäufe können auch einfach vor die Wohnungstür gestellt werden.

Einzeln sind wir stark, zusammen sind wir unschlagbar. Als IG Metall Mitglied hat man einen starken Partner an seiner Seite: Wir setzen gerade alles daran, die wirtschaftlichen Folgen für die Beschäftigten in unseren Branchen insgesamt so gering wie möglich zu halten. Dazu gehören selbstverständlich auch (dual) Studierende! Außerdem bieten wir unseren Mitgliedern weiterhin ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot, aktuell vor allem telefonisch. Und bei Kündigungen oder anderen arbeitsrechtlichen Herausforderungen greift selbstverständlich unser Rechtsschutz.

Lasst uns die ungewohnte und sehr unerwartete Zeit gemeinsam durchstehen und unsere gewerkschaftliche Stärke der Solidarität mit Leben füllen.

Bleibt solidarisch und passt auf euch und eure Mitmenschen auf.