Wohnraumprobleme

Bauen für eine demokratische Stadt

24.07.2019 | Mieten explodieren. Wohnungen werden luxussaniert. Seit Jahren wird zu wenig gebaut. Für Studierende und Arbeitnehmer ist in vielen Städten kein Platz mehr. Doch das ließe sich ändern, zeigt ein Dossier der Hans-Böckler-Stiftung.

Steht in einer deutschen Stadt eine Wohnung zur Besichtigung an, bilden sich schon seit Jahren lange Schlangen vor der Tür. Erst recht, wenn die mögliche Bleibe erschwinglich ist. Vermieter können in den Städten nahezu jeden Preis aufrufen. Seit 2010 trieben vor allem Immobilienfirmen die Preise für?s Wohnen in die Höhe.

Bei den Neuvermietungen in ganz Deutschland um 35 Prozent, in den Städten um fast 40 Prozent. Und in den sieben Großstädten der Republik Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München ? haben die Vermieter die Mieten seit 2010 auf das 1,5-fache getrieben. Höchste Zeit, über die Zukunft unserer Städte nachzudenken. Denn der eklatante Mangel ist auch eine Chance.

Die Politik hat sich über Jahrzehnte aus der Wohnungspolitik abgemeldet. Deutschland war vermeintlich ?fertig gebaut?. Der Markt sollte es richten. Jetzt, da die Krise voll da ist, wird Wohnen zum Politikum. Wohnen und Freizügigkeit müssen Freiheitsrechte für alle sein. In einer Demokratie kann ihre Verwirklichung nicht von Einkommen und Vermögen bestimmt sein. In dem Dossier der Hans-Böckler-Stiftung werden Lösungsansätze besprochen.