IG Metall setzt Zukunftspaket bei ZF-WABCO durch

05.02.2021 | Nach intensiven Verhandlungen zwischen den Arbeitnehmervertretern aus Hannover, Gronau und Mannheim sowie der deutschen Geschäftsführung von ZF-WABCO konnte die IG Metall einen beachtlichen Tarifabschluss erzielen. Darunter zählt auch die unbefristete Übernahme der dual Studierenden.

„Das wichtigste Anliegen der Verhandlungen war es, dass wir gemeinsam mit allen ZF-WABCO Standorten zuversichtlich in die Zukunft blicken können, indem wir dem Strukturwandel durch Digitalisierung und Klimaschutz souverän begegnen“, erklärt der Verhandlungsführer der IG Metall, Carsten Maaß. „Die IG Metall konnte ein beachtliches Ergebnis erzielen, welches den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2022 vorsieht und die Entwicklung von Zielbildern für jeden Standort umfasst, um Arbeitsplätze und Werke in der Transformation bis 2030 zu sichern. Diesen neuen Tarifabschluss konnten wir in kürzester Zeit durchsetzen, weil eine standortübergreifende Geschlossenheit in der Belegschaft besteht“, so Maaß weiter.

Zukunft Dual Studierende und Auszubildende

Die IG Metall konnte noch einen weiteren Meilenstein erzielen: die unbefristete Übernahme für Auszubildende und Dual Studierende. „Die Zusage der unbefristeten Übernahme gegenüber den Auszubildenden und Dual Studierenden – gerade in diesen schwierigen Zeiten – weckt nicht nur Vertrauen und Motivation, sondern gibt der Jugend auch eine Perspektive. Gleichzeitig ist dieser Abschluss auch eine deutliche Botschaft an die Arbeitgeberverbände, dass die unbefristete Übernahme und die Einbindung der Dual Studierenden auch in den Flächentarifverträgen ein „Muss“ für eine wettbewerbsfähige und sichere Zukunft ist“, erklärt Maaß vor dem Hintergrund der laufenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie.

Mitbestimmte Beschäftigungs- und Standortsicherung

Auch wenn es wieder schwieriger werden sollte, sind die Einkommen der Beschäftigten mit einer guten Aufstockung zum Kurzarbeitergeld abgesichert. Auf Druck der Gewerkschaft wurde der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen durchgesetzt und der Erhalt der deutschen Standorte garantiert. Die Beschäftigten vor Ort können auf die zukünftige Gestaltung ihrer Arbeitsplätze im Rahmen eines Zielbildprozesses einwirken und somit mitentscheiden, in welche Richtung sich ihr Standort weiterentwickelt. „Nur wenn für die Kolleginnen und Kollegen die Sicherheit des Arbeitsplatzes spürbar wird, werden sie Innovationen, Qualität und Produktverbesserungen vorantreiben und damit die Zukunft des Unternehmens sichern können. Dazu haben wir erstmalig in Niedersachsen einen geordneten Prozess tarifiert. Standortbetriebsräte, Vertrauensleute und IG Metall haben klar gemacht, dass dies für sie ein extrem wichtiger Baustein der gelebten Mitbestimmung ist“, erläutert der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates und Betriebsratschef in Hannover, Jens Schäfer.

Altersteilzeit ausgebaut

Zudem konnte die IG Metall den Sonderbaustein Alterstteilzeit Plus im Rahmen einer befristeten Betriebsvereinbarung mit in das Zukunftspaket integrieren. Für ältere Kolleginnen und Kollegen wird mit dieser neuen Regelung zur Altersteilzeit eine Möglichkeit geschaffen, mit besseren Konditionen bei der Laufzeit und vor allem mit weniger Abzügen in die Rente zu kommen.