Bezirkliche Tarifrunden

Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen

16.04.2021 | Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Mit den Tarifabschlüssen in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen konnten wichtige Erfolge verbucht werden.

Die Einigung in der Metall- und Elektroindustrie sieht unter anderem eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen vor. So soll den Beschäftigten im Juni 2021 eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro als sogenannte Corona-Prämie ausgezahlt werden, Auszubildende und dual Studierende erhalten hier einmalig 300 Euro. Darüber hinaus gibt es im Februar 2022 ein Transformationsgeld in Höhe von 18,4 Prozent des Bruttogehaltes, das sich rechnerisch aus der Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,3 Prozent ab Juli 2021 speist. Im Jahr 2023 erhöht sich jenes Transformationsgeld auf 27,6 Prozent und ist ab diesem Zeitpunkt eine wiederkehrende jährliche Sonderzahlung. Um auf die betriebliche Situation adäquat reagieren zu können, kann das Transformationsgeld auch zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden, beispielsweise als Teilentgeltausgleich bei einer 4- Tage-Woche.

Zur Gestaltung der Transformation in den Betrieben haben sich die Tarifvertragsparteien auf einen Prozess für Zukunftstarifverträge verständigt. Mit dieser neuen Regelung für Zukunftstarifverträge verfügen Gewerkschaft und Betriebsrat über Instrumente, um initiativ bei der Gestaltung der Zukunft von Betrieben mitzuwirken. Mit der Hilfe von Zukunftstarifverträgen handelt die IG Metall Investitionen in Standorte, zukunftsfähige Produkte und Qualifizierungen für Beschäftigte aus.

Bei dem Thema dual Studierende konnte sich die IG Metall nicht wie gewünscht durchsetzen. „Leider haben die Arbeitgeber bei der tariflichen Gleichsetzung von dual Studierenden blockiert. Das ist aus unserer Sicht unverständlich, da wir schon viele gute betriebliche und tarifvertragliche Regelungen in einzelnen Unternehmen haben. Immerhin haben die Arbeitgeber unsere Einschätzung übernommen, dass ausbildungsintegrierte dual Studierende dem Geltungsbereich unserer Tarifverträge unterliegen. Positiv ist auch, dass es eine Gesprächsverpflichtung gibt, die Gruppe der praxisintegrierten dual Studierenden in den Tarifvertrag zu holen. Hier werden wir genau hinschauen und die Arbeitgeber an ihren Worten messen. Wir nehmen dieses Thema ernst und wollen hier schnellstmöglich zu guten Regelungen kommen. Wir werden uns keinesfalls ohne Ergebnisse bei dieser Frage abspeisen lassen“, so das Fazit von Louisa Mertens, Bezirksjugendsekretärin der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Ergebnisse bei Volkswagen

Auch bei Volkswagen konnte eine Verständigung erreicht werden. Hier gibt es 2,3 Prozent mehr Entgelt in der Tabelle ab dem 1. Januar 2022. Bereits im Juni kommt eine Corona-Prämie über 1.000 Euro, für Auszubildende 600 Euro. Aus der Leistungsorientierten Vergütung (LOV) wird ab dem 1. Mai 2021 eine Tarifliche Zulage von 150€. Die Tarifliche Zusatzvergütung kann zur Hälfte für alle Beschäftigten (außer Azubis, Dualis und ATZler) in drei freie Tage umgewandelt werden. Besonders belastete Beschäftigte können weiter ihre sechs Tage in Anspruch nehmen. Und die 1.400 Ausbildungsplätze pro Jahr werden bis 2025 fortgeschrieben. Zudem gilt der Tarifvertrag jetzt auch für alle Dual Studierenden.

Für Louisa Mertens ist der Tarifvertrag ein voller Erfolg. „Als IG Metall Jugend können wir stolz sein auf diesen Abschluss. Die jungen Arbeitnehmer*innen bei Volkswagen profitieren von Entgeltsteigerungen, die Zahl der Auszubildenden und dual Studierenden bleibt bis 2025 stabil und wir konnten erreichen, dass die praxisintegrierten dual Studierenden vollumfänglich dem Geltungsbereich des Tarifvertrages unterliegen. Die Regelung für die dual Studierenden mach Mut für die anstehende Gesprächsverpflichtung in der Metall- und Elektroindustrie zu diesem Thema“.