Betriebliche Ansprechpartner

Der Betriebsrat
Der Betriebsrat wird von der Belegschaft gewählt. Einen Betriebsrat soll es in jedem Betrieb mit mindestens fünf Angestellten geben.

Was macht der Betriebsrat?
Der Betriebsrat vertritt die Anliegen der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber. Die Betriebsleitung und der Betriebsrat sollen zum Wohl des Betriebs und der Beschäftigten zusammenarbeiten. Selbstverständlich sind beide Seiten parteiisch: Der Betriebsrat für die Belegschaft und die Betriebsleitung für die Eigentümer/-innen. Der Betriebsrat bleibt also der Vertreter der Belegschaft. Als solcher hilft er auch bei persönlichen Problemen im Betrieb.

Wie macht der Betriebsrat das?
Um diese Aufgaben wahrzunehmen, hat der Betriebsrat umfangreiche Mitbestimmungs-, Mitsprache- und Informationsrechte, die er gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen kann. Sie sind im Betriebsverfassungsgesetz geregelt. So muss der Betriebsrat zum Beispiel einbezogen werden, wenn es im Betrieb um die Neuorganisation der Arbeitsabläufe geht. Durch seine umfangreichen Informationsrechte ist der Betriebsrat stets gut informiert und kann frühzeitig auf Entwicklungen hinwirken, die für die Beschäftigten und den Betrieb positiv sind. Zu diesem Zweck gibt es innerhalb der IG Metall besondere Betriebsratsvernetzungen. Darüber können sich Betriebsräte auch über die Unternehmensgrenzen hinweg austauschen und weiterbilden. Speziell für die Bereiche Engineering und IT gibt es zum Beispiel das Netzwerk www.i-connection.info.

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) vertritt die Anliegen der Azubis und dual Studierenden beim Betriebsrat. Sie soll in jedem Betrieb gewählt werden, in dem es mindestens fünf Beschäftigte gibt, die sich in Ausbildung befinden oder unter 18 Jahre alt sind. Zu dieser Gruppe zählen auch die dual Studierenden.

Bei der JAV kannst Du Dich melden, wenn Du ein bestimmtes Problem hast. Ihre Aufgabe ist es, ebenso wie die des Betriebsrats bei Konflikten die Beschäftigten mit berechtigten Anliegen zu unterstützen

Die IG Metall
Die Gewerkschaften sind Zusammenschlüsse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. In der IG Metall sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den Branchen Metall- und Elektroindustrie, Automobil, Stahl, IT, Telekommunikation, Holz- und Kunstoff, Handwerk und Textil organisiert. Das geht über alle Beschäftigten im Betrieb, vom Mechatroniker über den technischen Produktdesigner bis zur Software-Entwicklerin. Insgesamt hat die IG Metall über 2.2 Millionen Mitglieder. Sich gewerkschaftlich zu organisieren gehört zum Grundrecht von Beschäftigten. Es ist durch Artikel 9 Absatz 3 im Grundgesetz geschützt (Koalitionsfreiheit).

Die IG Metall im Betrieb
Die IG Metall ist über ihre Mitglieder im Betrieb vertreten. Eine besondere Rolle nehmen dabei die Vertrauensleute wahr, die es üblicherweise in größeren Betrieben gibt. Als Mitglieder der IG Metall sind sie die Vertreter/-innen der Gewerkschaft im Betrieb. Die Vertrauensleute sind die Verbindung zwischen den Mitgliedern im Betrieb und der Organisation. Über sie weiß die IG Metall immer, welche Themen gerade wichtig sind, wo es Handlungsbedarf gibt und wie die Stimmung ist. Auch Vertrauensleute bieten ihre Hilfe zur Lösung von Konflikten an.

Was macht die IG Metall?
Im Unterschied zu Betriebsräten ist die IG Metall die Tarifvertragspartei. Das heißt die IG Metallerinnen und IG Metaller handeln mit den Arbeitgebern oder den Arbeitgeberverbänden Tarifverträge aus. Mit einzelnen Arbeitgebern werden Haustarifverträge vereinbart. Mit Arbeitgeberverbänden werden Flächentarifverträge ausgehandelt, die dann gleich für alle Betriebe gelten, die Mitglied des Verbandes sind. Ebenso gilt auch für die Beschäftigten, dass nur Mitglieder der IG Metall einen Rechtsanspruch auf die vereinbarten tariflichen Leistungen, wie zum Beispiel ein bestimmtes Arbeitsentgelt oder bestimmte Arbeitszeiten haben. Je mehr Mitglieder die IG Metall hat, desto bessere Bedingungen können dann auch tariflich durchgesetzt werden.

Für dual Studierende fordert die IG Metall:

  • Die Orientierung der Vergütung an der Ausbildungsvergütung der Metallindustrie Niedersachsen gestaffelt nach Ausbildungsjahren.
  • Die vollständige Übernahme der Studien- und Prüfungsgebühren und anfallenden Fahrtkosten sowie die Bereitstellung von Arbeitsmitteln.den entsprechend der betrieblichen Präsenzzeiten geregelten Urlaubsanspruch und die Urlaubsvergütung sowie die Freistellung zu den abzuleistenden Prüfungen an der Hochschule.
  • Die unbefristete Übernahme in ein angemessenes Vollzeitarbeitsverhältnis nach dem bestandenen Hochschulabschluss.
  • Sinnvoll abgestimmte Arbeitszeitregelungen, Entgeltfortzahlung und weitere Bestimmungen gemäß des Flächentarifvertrags.

Drucken Drucken