Wissenschaftspolitik

Veröffentlichungspraxis in der Kritik

26.07.2018 | Journalist*innen von NDR, ARD und internationalen Medien haben diese Woche mit einer Dokumentation die Welt der wissenschaftlichen Veröffentlichungen aufgerüttelt. Einige deutsche Forscher*innen veröffentlichen Forschungsergebnisse in nicht-wissenschaftlichen Publikationen.

Wissenschaft ist dann valide, wenn sie auf nachvollziehbaren Annahmen und Experimenten basiert. Um dies bei wissenschaftlichen Artikeln zu überprüfen und damit die Qualität zu sichern, werden Forschungsergebnisse vor der Veröffentlichung normalerweise von anderen Expert*innen geprüft. Dies ist das sogenannte per-review Verfahren. Das Verfahren ist natürlich zeitaufwändig und zwingt vor der Veröffentlichung zu einigen Überarbeitungsrunden und vielleicht sogar zu zusätzlichen Experimenten. In einem Journal zu veröffentlichen, das auf per-review verzichtet, spart also vordergründig Zeit und steigert den Publikationsoutput.

Einige Wissenschaftler*innen zum Beispiel von der Uni Bremen und der RWTH aber auch aus den Forschungszentren von BMW und der Tabakindustrie haben diesen zweifelhaften Weg in den letzten Jahren gewählt und in Journalen veröffentlicht, die auf per-review offiziell oder sogar nur unter der Hand verzichten. Das führt nicht nur zu zweifelhaften Veröffentlichungen dieser Wissenschaftler*innen sondern strahlt positiv auf die in denselben Heften erscheinenden Artikel von Klimawandel-Leugner*innen und über angebliche Impfschäden ab.

Für Alle, die an Hochschulen und in Unternehmen Wissenschaft betreiben wollen, lohnt sich ein Blick in die Dokumentation, die eigene Veröffentlichungspraxis und die Reaktionen aus der Wissenschaft auf die Dokumentation.

Dokumentation:

https://www.ndr.de/nachrichten/wissenschaft123.html 

https://www.ndr.de/info/podcast2994.html

Reaktionen:

Zum Begriff Fake Science im Tagesspiegel

Zur Größenordnung und Wissenschaftlichkeit der Dokumentation

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